Der Barrierefreie Natur-Erlebnisraum Kermeter soll Menschen mit und ohne Behinderungen das Erleben der einmaligen Natur des FFH-Gebietes Kermeter inmitten des ersten nordrhein-westfälischen Nationalparks ermöglichen. Nördlich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang gelegen und von drei Talsperren umgeben ist der Kermeter ein besonderer touristischer Anziehungspunkt: die Fernblicke auf die Seenlandschaft, die Burg Vogelsang und die Urftseestaumauer gehören zu den Eindrucksvollsten der Eifel.
Nach Abschluss der Baumaßnahmen steht ein barrierefreies Wegenetz mit einer Gesamtlänge von rund 5 Kilometern zur Verfügung. Wichtige Voraussetzung für die barrierefreie Nutzbarkeit der Wege ist eine möglichst geringe Steigung, damit die Wege einfach mit dem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen befahren werden können. In Abständen von rund 200m bieten Sitzbänke die Möglichkeit zur Rast. Eigens für den Nationalpark wurden Liegebänke entwickelt, die in Abmessungen und Ausformung an die Bedürfnisse behinderter Besucher angepasst sind.
Taktile Unterschiede in der Bodenstruktur weisen blinde Besucher mit dem Langstock auf Bänke, Infoelemente und Wegeabzweigungen hin. Unterfahrbare Übersichtspläne und akustische Infosäulen ermöglichen Menschen mit und ohne Körper- und Sinnesbehinderungen oder Lernschwierigkeiten die Orientierung. Die Informationen auf den Plänen werden optisch-kontrastreich und haptisch, in tastbarer Großschrift, mit tastbarem Wegeverlauf und in Brailleschrift dargestellt.
Höhepunkt wird der Aussichtspunkt Hirschley mit weitem Panoramablick über den Rursee, der ausgehend vom Parkplatz/Bushaltestelle durchgängig barrierefrei zu erreichen sein wird. Ein neuer barrierefreier Serpentinenweg, der sich durch den vorhandenen Buchenwald schlängelt, überwindet den Höhenunterschied zum Aussichtspunkt. Bänke und Tische, die auch mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind, laden zum Picknick ein. Ein tastbares Landschaftsmodell aus Bronze ermöglicht auch blinden Besuchern einen Überblick über die komplette Stauseenlandschaft und die Umgebung.
Überregionale wie auch ortsansässige Behindertenverbände und -vertreter wurden bereits in der Entwurfsplanung intensiv beteiligt und während der Ausführung zu Detaillösungen herangezogen. Um die Maßnahmen in dem sensiblen Gebiet so schonend wie möglich durchzuführen, wurde die Planung frühzeitig mit den anerkannten Naturschutzverbänden abgestimmt.
Der nächste Bauabschnitt ist auch schon in Planung:
der „Wilde Weg“ – ein Naturerlebnispfad, der am Rastplatz Kermeter beginnt und mit vielen spannenden Stationen die Entwicklung des Nationalparks Eifel zum Urwald aufzeigen und erklären wird …
Auftraggeber: Landesbetrieb Wald und Holz / Nationalparkforstamt Eifel
Konzeption und Realisierung: 2009/2010
Direkt am Marktplatz in Witten-Annen liegt der zukünftige Park der Generationen. Die Öffnung der Eingänge durch Grundstückszukäufe und neue Sichtbezüge macht den bislang versteckten und wenig genutzten Park erlebbar.
Der neue beleuchtete Hauptweg verknüpft die Haupteingänge und stellt eine wichtige Stadtteilverbindung dar. Farbige Pflasterquadrate, begleiten den Weg als durchgängiges Pflasterband.
Das neue Grünflächenangebot berücksichtigt die Belange von Alt und Jung. Ruhige Aufenthaltsbereiche, Spielangebote, barrierefreie Wege, Bouleplatz und Minikickerfeld liegen eingebettet in großzügige Rasenflächen. Es entsteht ein Raum für Rückzug und Begegnung der Generationen.
Viele BürgerInnen werden bei der Umsetzung des Bauvorhabens mit Hand an legen und die Maßnahme, beispielsweise bei Pflanzaktionen, Schnitzarbeiten für den Spiel-Dschungel oder auch durch die Gestaltung eines individuellen Pflastersteins, unterstützen. Während der Bauphase werden Kontakte zu Kindergarten und Gemeindezentrum, Seniorentreff, Altenheim, Boulegruppen, Schulen, u.ä. vertieft, um Patenschaften zu initiieren. Damit findet die Partizipation eine Fortsetzung, die bereits in der Planungsphase Wünsche und Bedenken der anliegenden BürgerInnen und Institutionen des Stadtteils sammelte.
Ziel dieses Planungs- und Umsetzungsansatzes ist es frühzeitig soziale Kontrolle durch vielfältige Nutzungen zu erreichen. Die hohe Identifikation gibt der bislang problematischen Fläche eine neue Funktion.
Auftraggeber: Stadt Witten
Konzeption und Realisierung: 2008/2009